Google Analytics in WordPress einbinden

Google Analytics in WordPress

Google Analytics in WordPress rechtssicher einsetzen ist Arbeit. Ich habe jetzt mittlerweile über 15 Jahre private und berufliche Erfahrung mit Webservern, Websites, CMS, diversen Statistikprogrammen wie awstats, Matono (ehemals Piwik) und anderen. Bis jetzt habe ich immer einen ganz großen Bogen um Google Analytics gemacht.

Warum wollte ich Google Analytics nicht?

  • Weil die Daten im Ausland gespeichert werden.
  • Weil die Krake zwar gute, kostenlose Programme zur Verfügung stellt, aber sich dies als Gegenleistung mit den Daten der Benutzer bezahlen lässt. Nun, die Welt ist kein Pony­hof oder Sozialverein, aber es gibt ja eine gute, ebenfalls kostenlose Alternative Matomo (ehemals Piwik).

Warum jetzt doch Google Analytics?

  • Weil ich es privat einfach mal ausprobieren möchte.
  • Weil ich mir einen persönlichen Eindruck von Google Analytics in WordPress machen möchte.
  • Weil mich die rechtlichen Hürden, über die ich hüpfen muss um nicht abgemahnt zu werden, interessieren.
  • Weil diese private Website dazu da ist solche Dinge auszuprobieren.

WordPress Vorbereitung – welches Google Analytics Plugin?

Für Google Analytics in WordPress gibt es diverse Plugins. Habe mir einige angeschaut und bin der Mei­nung, dass die sehr überfrachtet sind. Aus diesem Grund habe ich mich für “AH Google Analytics Code” entschieden. Mit diesem universellen Plugin können Skripte im Header und/oder Footer der Website eingebunden werden.

Datenschutzerklärung – überhaupt erst mal eine haben

Unabhängig von Google Analytics, muss jede Website seit dem 24.02.2016 eine Da­ten­schutz­er­klä­rung haben – auch Privatpersonen, also Katzenwebsites und so eine wie diese hier. Wenn man nicht von einem skrupellosen Rechtsanwalt per Serienbrief abgemahnt werden möchte, bleibt einem nichts weiter übrig. Es muss eine Datenschutzerklärung auf der eigenen Website zur Verfügung gestellt werden. Habe dazu den kostenlosen Generator einer Anwaltskanzlei benutzt.

Siehe Quellenangabe auf meiner Datenschutzerklärungsseite.

Auftragsdatenverarbeitung

Wenn man rechtskonform Statistikdaten bei Google Analytics in den USA speichern möchte, muss eine sogenannte Auftragsdatenverarbeitung nach deutschem Datenschutzrecht be­auf­tragt werden. Google stellt unter dem Link https://www.google.de/analytics/terms/de.pdf ein 18 Seiten langes Dokument zur Verfügung. In diesem Formular muss die Adresse, E-Mail­adres­se des Google-Kontos, die Google Analytics Kontonummer und 2 Unterschriften ein­ge­tra­gen werden. Das Formular muss in zweifacher Ausfertigung unterschrieben, per Post mit unfrankiertem Rückumschlag an Google in Irland geschickt werden. Nach Ge­gen­zeich­nung schickt Google ein Exemplar zurück. Der zu unterschreibende Vertragstext enthält un­ter Punkt 2. Entgelt und Service, 2.1 folgenden Text:

Vorbehaltlich einer Änderung der Bedingungen nach Klausel 14 wird der Service unentgeltlich für bis zu zehn Millionen Hits monatlich pro Account erbracht.

Bei mehr als zehn Millionen Hits monatlich kostet der Dienst also. Na gut, so viele Hits werde ich nie im Monat erreichen. Habe den DIN A4 Briefumschlag per Post nach Irland geschickt (Porto 3,75 €). Nach 7 Tagen war der von Google unterschriebene Vertrag zurück.

IP Anonymisierung

Sobald Google Analytics in WordPress eingebunden ist, wird die IP-Adresse des Website-Besuchers bei jedem Seitenaufruf ausgelesen und per Skript Google mitgeteilt. Eine IP4-Adresse besteht aus 4 Gruppen mit jeweils 3 Zahlen durch Punkt getrennt. Damit das Erfassen der Statistikdaten rechtskonform ist, müssen die Zahlen der letzten Gruppe (Oktett) unkenntlich d.h. mit drei Nullen überschrieben werden. Dadurch kann der Besucher nicht eindeutig identifiziert werden. Google Analytics muss also angewiesen werden, dies au­to­ma­tisch bei der Erfassung umzusetzen. Die Erfassung durch Google Analytics wird durch das Einbinden eines JavaScripts auf jeder Webseite erreicht. Ein zusätzlicher JavaScript Funk­ti­ons­auf­ruf erledigt das (siehe weiter unten).

Datenschutz Browser Plugin von Google

Google stellt ein spezielles Datenschutz Browser Plugin zur Verfügung. Das Browser Plugin ermöglicht Desktop und Notebook Benutzern die Datenweiterleitung an Google Analytics zu blocken. Auch dies ist eine Vorgabe der Datenschutzbehörde. Der Download-Link muss auf der Website, rechtlich am sichersten in der Datenschutzerklärung, zur Verfügung gestellt werden.

Opt Out Cookie setzen

Browser Plugins funktionieren nicht auf Tablets oder Smartphones. Aus diesem Grund muss für diese Geräte eine touchefähige Möglichkeit zur Verfügung gestellt werden. Dies wird durch einen Link in der Datenschutzerklärung, der wiederum ein JavaScript aufruft welches einen Cookie im Browser setzt, realisiert. Google Analytics fragt dieses Cookie vor der Da­ten­über­tra­gung ab und sendet die Daten nicht an die Google Server. Auch dies ist eine Vor­ga­be der Datenschutzbehörde. Der Benutzer muss selber dafür Sorge tragen, dass das Cookie nicht durch eine Browsereinstellung, beim Verlassen des Browsers, gelöscht wird.

Datenschutzerklärung um Google Analytics Anforderungen erweitern

Ihre hoffentlich vorhandene Datenschutzerklärung muss wegen Google Analytics erweitert werden:

  • Link auf eine Datenschutzerklärung von Google
  • Erklärung und Link für den download des Google Browser Plugin
  • Erklärung inkl. Link zum Aufrufen des Opt Out Cookie
  • Ein Hinweis auf die abgeschlossene Auftragsdatenverarbeitung
  • Eine Erklärung zur IP-Anonymisierung

Will ich Google Analytics überhaupt noch haben?

Jetzt habe ich daran schon so lange rumgeschraubt, gelesen, installiert und mir über die Da­tenschutzerklärung trotz Generator Gedanken gemacht – jetzt will ich auch Google Analytics in WordPress aus­pro­bie­ren. Außerdem muss für andere Analyseprogramme ein ähnlicher Aufwand betrieben werden. Hhmmm, diese Aussage stimmt nicht ganz. Für Matono (ehemals Piwik) benötige ich keine Auftragsverarbeitungs-Unterschrift-Orgie, nur einen kurzen Abschnitt in der Da­ten­schutz­er­klä­rung + Aufruf eines <iframe> in dem Matono einen Opt-out-Cookie setzt. Dafür muss man Matono auf seinem Webspace selber installieren, einrichten und pflegen. Hat dadurch aber auch die volle Kontrolle über die eigenen Daten.

Ich bin an dieser Stelle immer etwas zwiegespalten. Einerseits möchte ich als normaler Be­nut­zer nicht komplett nackt und verfolgbar werden, auf der anderen Seite möchte ich schon wissen wie und von wem meine eigenen Websites genutzt werden.

Google Analytics in WordPress einbinden

Die Korrektheit des verwendeten JavaScript Codes kann durch Nachlesen diverser, unten angegebener Links überprüft werden. Und wenn alles korrekt eingestellt und gespeichert wurde, können Sie auf der Google Analytics Website die richtige Verarbeitung überprüfen. Dann fangen wir mal an:

Auf der Datenschutzerklärungsseite muss ein Link hinterlegt werden, mit dem der "Widerspruch gegen die Datenerfassung" ermöglicht wird. Der Abschnitt in meiner Datenschutzerklärung lautet:

.. wird ein Opt-Out-Cookie gesetzt, dass das Erfassen Ihrer Daten bei zukünftigen Besuchen dieser Website verhindert:  Google Analytics deaktivieren 

Durch den Link wird die JavaScript Funktion gaOptout() aufgerufen. Der HTML-Code sieht wie folgt aus:

<a href="javascript:gaOptout()">Google Analytics deaktivieren</a>

Der JavaScript Code setzt sich aus zwei Teilen zusammen:

  • Teil 1  /* Widerspruch gegen Datenerfassung */
  • Teil 2  /* IP-Anonymisierung */

Im 1. Teil   /* Widerspruch gegen Datenerfassung */   des JavaScripts wird beim Aufrufen der Webseite ein Cookie mit dem Name=Wert Paar “ga-disable-UA-XXXXXXX-X=true“ gesucht. Wenn das Cookie gefunden wird, wird der Name (ga-disable-UA-XXXXXXX-X) als globale Variable mit dem Wert true im Browser gespeichert. Die Funktion gaOptout() wird durch Klick auf den Link ausgelöst und setzt ebenfalls ein Cookie mit dem Name=Wert und die globale Variable mit dem gleichen Namen und Wert. Siehe hierzu:

Kopieren Sie das folgende, kryptische Script in das Plugin “AH Google Analytics Code” – Einstellungen | AH Google Analytics | Code to header: wp_head();. Dadurch wird der Code in jede Webseite Ihrer Domain eingebunden. Innerhalb vom Code ersetzen Sie die Werte ‘UA-XXXXXXXX-Y’ durch Ihr Google Analytics Property, sonst funktioniert es nicht. Ich möchte hier noch darauf hinweisen, dass dies nicht mein selbst geschriebener Code ist. Den Code habe ich von Google kopiert.

Code für das “Code to header: wp_head();”-Feld:

/* Widerspruch gegen Datenerfassung */
<script type="text/javascript">
var gaProperty = 'UA-xxxxxxxx-Y';
var disableStr = 'ga-disable-' + gaProperty;
if (document.cookie.indexOf(disableStr + '=true') > -1) {
window[disableStr] = true;
}
function gaOptout() {
document.cookie = disableStr + '=true; expires=Thu, 31 Dec 2099 23:59:59 UTC; path=/';
window[disableStr] = true;
}
</script> 

/* IP-Anonymisierung */
<script>
  (function(i,s,o,g,r,a,m){i['GoogleAnalyticsObject']=r;i[r]=i[r]||function(){
  (i[r].q=i[r].q||[]).push(arguments)},i[r].l=1*new Date();a=s.createElement(o),
  m=s.getElementsByTagName(o)[0];a.async=1;a.src=g;m.parentNode.insertBefore(a,m)
  })(window,document,'script','https://www.google-analytics.com/analytics.js','ga');

  ga('create', 'UA-xxxxxxxx-Y', 'auto');
  ga('set', 'anonymizeIp', true);
  ga('send', 'pageview');

</script>

Nach Anmeldung auf der Google Analytics Webseite | Verwaltung | Property | Tracking-Code finden Sie den 2. Teil des obigen JavaScript, ausgefüllt mit Ihrer UA-Property. Was in dem Code fehlt ist die IP-Anonymisierung. Lassen Sie diese Seite im Hintergrund erst einmal offen, im oberen Teil sehen Sie einen Abschnitt Status und einen Button “Testzugriff senden”. Wenn Sie das JavaScript im Plugin „AH Google Analytics Code” eingefügt und gespeichert haben, können Sie auf die o.g. Google-Webseite wieder zurückgehen und den eingebundenen Code durch Klick auf den Button “Testzugriff senden” überprüfen.

Der Unterschied zu dem in Google Analytics angezeigten Code ist die 3. Zeile am Ende des Codes – “ga(‘set’, ‘anonymizeIp’, true);”. Wichtig ist, dass der Aufruf vor dem Pageview-Aufruf steht. Sonst wird die IP-Adresse nicht anonymisiert. Siehe hierzu:

Ich hoffe diese detaillierte Beschreibung hilft Ihnen bei der Integration von Google Analytics in WordPress.

Fazit

Dieser Ausflug in die Google Welt war doch etwas kompliziert und aufwändig. Der Vorteil von Google Analytics ist die Verknüpfung mit Google Adwords. Die Anzeigemöglichkeiten des Backends von Google Analytics finde ich nicht so hübsch wie die bei Matono. Ich bin nicht überzeugt von Google Analytics und werde zusätzlich Matono (ehemals Piwik) installieren. Das werde ich hier zu einem späteren Zeitpunkt auch als Blogbeitrag veröffentlichen.

Kontrolle des SEO Fokus-Keyword: Google Analytics in WordPress

Das Fokus-Keyword dieser Seite ist Google Analytics in WordPress, daraus wird folgende SEO-Kontroll-Suche:

Google Kontrollsuche

In dem Beitrag WordPress Plugin – Yoast SEO beschreibe ich die Kontroll- und Op­ti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten von dem auch für diesen Beitrag benutzten SEO Plugin. Dieser Beitrag wird vom Yoast Seo Plugin mit Lesbarkeit = “Verbesserung nötig” und SEO = “Gut” be­wertet.

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